



Man schrieb das Jahr 2015. Im Sitzungssaal des Bauausschusses der Stadt Rendsburg war die Luft so dick, dass man sie in Scheiben hätte schneiden und als Baumaterial für die neue Feuerwache verwenden können. Vor den Stadträten lag das Dokument vom 9. September 2015 – die legendäre Vorlage 2015/493.„Erinnern Sie sich noch an die ‚Minimallösung‘?“ fragte der Ausschussvorsitzende und blätterte wehmütig in den Unterlagen. „Als die CDU-Fraktion dachte, man könne eine moderne Feuerwehr mit der Präzision eines Tetris-Spiels auf ein halbes Parkdeck quetschen.“Ein Raunen ging durch den Raum. Die „Ertüchtigung“ von 2015 war mittlerweile zum festen Bestandteil der lokalen Folklore geworden, gleich neben den Sagen über die Schwebefähre.
In der Vorlage stand es schwarz auf weiß: Das Ingenieurbüro kplan warnt, dass die Stellplatzbreiten und Torhöhen eher für Bobby-Cars als für moderne Löschfahrzeuge geeignet sind. „Wissen Sie noch“, kicherte ein älterer Abgeordneter, „was die Experten vom HFUK sagten, die Alarmeinfahrt sei ‚beengt und unübersichtlich‘? Ich habe neulich gesehen, wie ein Feuerwehrmann beim Ausrücken den Bauch einziehen musste, damit das Fahrzeug durch das Tor passt!“ Die Tragik der 2015er Planung ist so humorvoll zusammengefasst worden, dass man fast vergessen hätte, dass es um Brandschutz geht:
Bürgermeister Gilgenast hatte mit der Eleganz eines erfahrenen Kapitäns das Urteil gefällt: „Aus Gründen der mittel- bis langfristigen Wirtschaftlichkeit nicht weiter dieses Vorhaben zu verfolgen". Trotzdem diskutierte man immer noch über die Ausfahrt zur Herrenstraße. Die Anwohner dort hatten mittlerweile ihre Kaffeetische direkt an den Bordstein gestellt, um die täglichen Millimeter-Manöver der Feuerwehr als Live-Entertainment zu genießen. „Die DIN-Normen sind mittlerweile dicker als die Mauern der alten Wache. Wenn wir so weitermachen, müssen wir die Feuerwehrautos künftig aufblasbar bestellen, damit sie in die Halle passen.“
Vergleich: Wunschdenken vs. Feuerwehr-Realität (Stand 2015)
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„Diese Variante würde nur mit vielen Kompromissen im Punkt Sicherheit und Organisation realisierbar sein [...] eine dauerhafte Lösung wäre nicht gegeben.“ (HFUK, 2015)
Die „Minimallösung“ ist wie der Versuch, einen Elefanten in eine Hundehütte zu schieben – man kann es zwar versuchen, aber der Elefant wird schlechte Laune bekommen und die Hütte am Ende sowieso auseinanderfallen.