

Es war einer dieser Abende, an denen im Alten Rathaus mehr Menschen saßen als auf mancher Geburtstagsfeier.
15 Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr waren erschienen – nicht, um einen Brand zu löschen, sondern um zuzusehen, wie Politik versuchte, Kosten zu löschen. Das neue Schlagwort hieß nun: Bypass.
Ein Wort, das sonst eher aus der Medizin bekannt war, nun aber ganz neue Aufgaben bekam: Es sollte die Feuerwehr retten, die Brücke entlasten und nebenbei noch Geld sparen. Die Idee:
Wenn man schon eine neue Feuerwache bauen muss – oder umbauen, erweitern, teilabreißen oder irgendwie modernisieren dann könne man doch gleich noch unter der Eiderbrücke einen Rad- und Fußweg einbauen.
Praktisch. Modern. Und vor allem: förderfähig. Doch wie immer, wenn es zu logisch klingt, kam die Realität dazwischen. Denn irgendwo zwischen Feuerwehr, Brücke, Bypass und Bauphase tauchte eine Zahl auf: 311.000 Euro. Mehrkosten.
Für eine Behelfsbrücke.
Während der Bauzeit. Die entscheidende Frage lautete also nicht mehr:
Wie schnell kommt die Feuerwehr zum Einsatz?
Sondern:
Wer zahlt das eigentlich? Der Wehrführer, inzwischen geübt im politischen Dauerlauf, warnte vorsichtig davor, die neue Feuerwache „zu klein zu denken“.
Man wisse schließlich nie, wann die Feuerwehr-Unfallkasse wieder mitspiele – oder eben nicht.
Und das Wort „nicht“ hatte in dieser Geschichte Tradition. Währenddessen erklärten Politiker, dass man wichtige Verkehrsverbindungen nicht einfach blockieren könne.
Radfahrer, Fußgänger, Autofahrer – alle wollten irgendwie gleichzeitig durch, unter, über oder an der Baustelle vorbei. Einigkeit herrschte zumindest in einem Punkt:
Sparen ja. Aber nicht blind. Und so wuchs die neue Feuerwache in den Köpfen weiter nicht in Metern,nicht in Grundfläche,sondern in Zuständigkeiten. Sie verband nun Feuerwehr, Straßenbau, Verkehrsplanung, Radverkehr und Haushaltsdisziplin.Eine Wache, die nicht nur löschen, sondern auch vermitteln sollte. Am Ende des Abends war klar:
Der Weg zur neuen Feuerwache führte nicht geradeaus. Er führte über Umleitungen, Provisorien und mindestens eine Brücke. Aber eines blieb sicher: Die Feuerwehr stand bereit. Ob mit oder ohne Bypass.