


Nach all den Jahren der Enge, der Prüfungen und der wohlmeinenden Rundgänge geschah endlich etwas, das nach Bewegung aussah:
Es gab zwei Standorte. Nicht einen, nicht vage „mehrere Optionen“, sondern exakt zwei. Die Zeitung schrieb:
„Zwei Standorte für neue Feuerwache im Gespräch“.
Das klang fast wie ein Finale. Oder zumindest wie eine Vorauswahl. Option 1 lag hinter der Nordmarkhalle. Ein Grundstück der Deutschen Bahn, brachliegend, preislich überschaubar und – ganz wichtig – groß genug, um sich dort theoretisch auch einmal gleichzeitig umzuziehen. 880.000 Euro, schrieb die Zeitung. Eine Summe, bei der die Feuerwehr innerlich kurz überschlug, wie viele Spinde das wären. Option 2 war das südliche Ende des Willy-Brandt-Platzes. Stadteigen, zentral gelegen, ohne Grundstückskosten. Dafür mit dem kleinen Nachteil, dass drumherum ebenfalls eine Stadt existierte – mit Verkehr, Anwohnern und Meinungen. Die Diskussion nahm Fahrt auf.
Es wurde gerechnet, geprüft, abgewogen. Hilfsfristen wurden bemüht, Verkehrswege analysiert, Zufahrten geplant. Man lernte viel über Röhlingsweg, Kieler Straße und Tunnel – Dinge, über die Feuerwehrleute sonst nur dann nachdenken, wenn sie sie mit Blaulicht befahren. Der Wehrführer meldete vorsichtig Zweifel an. „Zeitverlust“, sagte er, ein Wort, das in Feuerwehrkreisen ungefähr so beliebt ist wie ein leerer Schlauchanschluss. Eine Ausfahrt allein reiche nicht, erklärte er. Und man nickte. Ausfahrtprobleme kannte man ja. Die Unfallkasse meldete sich ebenfalls zu Wort. Wieder einmal. Mängel seien bekannt, hieß es, und sie sollten behoben werden. Sonst drohe der Wegfall des Unfallschutzes. Ein Satz, der zuverlässig für Aufmerksamkeit sorgte – auch bei Menschen, die sonst bei Feuerwehrthemen eher gemütlich blätterten. Währenddessen blieb die alte Wache, wie sie war.
Zu klein.
Zu eng.
Zu vertraut. Helme hingen weiter Schulter an Schulter. Fahrzeuge passten weiterhin nur mit gutem Willen in die Hallen. Und beim Umziehen galt nach wie vor: Wer zuerst fertig ist, darf stehen bleiben. Doch diesmal war etwas anders.
Man sprach nicht mehr nur über Mängel.
Man sprach über Orte. Über Möglichkeiten. Über Zukunft. Zwei Standorte.
Zwei Hoffnungen.
Und wie sich zeigen sollte: sehr viele weitere Jahre. Denn eines hatte man inzwischen gelernt:
In Rendsburg braucht selbst ein Neubau erst einmal Geduld – und einen sehr langen Atem.