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Wo die Weihnachtsmänner wohnen

Bruno Norden der Weihnachtsmannsammler

Auf der Feuerwache der Freiwillige Feuerwehr Rendsburg gibt es viele Legenden und Geschichten. Eine davon trägt keinen Helm.
Sie trägt einen roten Mantel. Und diese Geschichte heißt: Bruno Norden

Der Gruppenführer mit der roten Reserve 

Bruno Norden, ehemaliger Gruppenführer der 6. Gruppe, war bekannt für Ruhe, Übersicht – und eine auffällige Sammelleidenschaft. Während andere Kameraden im Urlaub Muscheln, Magnete oder landestypische Schnäpse mitbrachten, hatten sie bei Bruno ein ganz klares Mitbringsel-Protokoll: „Denk an Bruno. Und an den Weihnachtsmann.“ Es begann harmlos.
Ein kleiner Weihnachtsmann aus Dänemark.
Dann einer aus dem Harz.
Dann einer aus Bayern. Und irgendwann wurde klar: Das ist kein Zufall mehr. Das ist ein System.

Die 6. Gruppe auf Mission 

Wer aus der 6. Gruppe in Urlaub fuhr, wusste genau: Andere sammeln Stempel im Reisepass. Wir sammeln Weihnachtsmänner für Bruno. Ob Spanien, Schweden oder Sauerland – überall wurde Ausschau gehalten nach bärtigen Herren in Rot. „Ist das hier typisch für die Region?“
„Nein.“
„Egal, Bruno nimmt ihn.“ So kam es, dass im Hause Norden bald mehr Weihnachtsmänner standen als Einsatzfahrzeuge in der Halle. Ein Weihnachtsmann mit Motorrad. Einer mit Schlitten. Einer mit Akkordeon.
Einer, der verdächtig wie ein Feuerwehrmann aussah.

Der wahre Hintergrund 

Offiziell hieß es immer: „Das ist doch nur eine kleine Sammlung.“ Inoffiziell munkelte man in der Wehr: Bruno baut sich eine taktische Reserve auf. Wenn im Dezember Personal knapp wird, marschieren 86 Weihnachtsmänner geschlossen zur Unterstützung an. „6. Gruppe rückt aus!“ Ho Ho Ho! 

Weihnachten bei Norden 

Wenn die Adventszeit begann, verwandelte sich das Wohnzimmer in eine Art Nordpol-Außenstelle. Überall Weihnachtsmänner. Sitzend, stehend, winkend, leuchtend. Manche konnten sogar Musik machen. Andere bewegten sich. Ein Besucher fragte einmal vorsichtig:

„Bruno… hast du die alle geschenkt bekommen?“ Bruno lächelte ruhig wie bei einer Lagebesprechung: „Von der 6. Gruppe. Mit Herz.“ 

Kameradschaft in Rot 

Was als kleines Urlaubsmitbringsel begann, wurde über die Jahre ein Zeichen echter Kameradschaft. Jeder Weihnachtsmann erzählte eine Geschichte:
Von Sonne, Bergen, Strand oder Städtetrip. Von einem Kameraden, der im Souvenirladen dachte:
„Den bring ich Bruno mit.“ Und vielleicht ist das das Schönste daran: Ein ehemaliger Gruppenführer, eine 6. Gruppe mit Humor, und eine Sammlung, die zeigt, dass Feuerwehr mehr ist als Einsätze. Es ist Gemeinschaft. Es ist Zusammenhalt.
Und manchmal eben auch ein Motorrad fahrender Weihnachtsmann im Regal. Und wenn irgendwo auf der Welt ein Feuerwehrkamerad im Urlaub vor einem Souvenirstand steht und einen Weihnachtsmann sieht, hört man ihn vermutlich murmeln: „Der ist perfekt für Bruno.“ 🎅🚒

Das Aufnahmeverfahren 

Ein Weihnachtsmann musste – so die inoffizielle Dienstanweisung – ein natürliches Gesicht haben. Kein schiefes Dauergrinsen. Kein Comic-Ausdruck. Keine Plastik-Überraschung aus dem Ramschregal. „Der muss würdevoll gucken“, sagte Bruno einmal. „Wie einer, der wirklich Geschenke bringt – und nicht gerade einen Stromausfall verursacht hat.“ Das führte dazu, dass manche Kameraden nach dem Urlaub mit leicht nervösem Blick ins Wohnzimmer traten. „Und? Wird er genommen?“ Bruno betrachtete die Figur. Prüfender Blick.

Kurzes Nicken. Oder eben dieses berühmte norddeutsche: „Hm.“ Einige wenige Weihnachtsmänner schafften es nie ins Regal. Man munkelt, sie wurden ehrenvoll in die „Reservekiste“ versetzt. 

Die 6. Gruppe lernt dazu 

Mit den Jahren entwickelte sich unter den Kameraden ein geschulter Blick. Im Souvenirladen irgendwo in Europa hörte man dann Sätze wie: „Der hat ein zu übertriebenes Grinsen – der fällt durch.“ „Der hier sieht aus wie ein pensionierter Gruppenführer. Den nimmt er!“ „Augen sind wichtig. Achte auf die Augen!“ Brunos Wohnzimmer wurde damit zur wohl strengsten Weihnachtsmann-Ausstellung nördlich der Elbe. 

Kameradschaft mit Bart 

Heute stehen dort dutzende Weihnachtsmänner – jeder mit natürlichem Gesichtsausdruck, jeder mit Geschichte, jeder ein Mitbringsel aus Kameradschaft. Und wenn im Advent das Licht angeht und die Figuren im warmen Glanz stehen, dann weiß man: Hier wohnt nicht nur ein ehemaliger Gruppenführer der 6. Gruppe.
Hier wohnt die vermutlich disziplinierteste Weihnachtsmann-Truppe der Stadt. Mit Haltung. Mit Würde. Und mit geprüfter Mimik. Denn bei Bruno gilt bis heute: Nicht jeder darf Gruppenmitglied werden. Und erst recht nicht jeder Weihnachtsmann.

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