„Höhenflug mit Hindernissen – Die ungeplante Attraktion der 75-Jahrfeier“

Die 75-Jahrfeier der Feuerwehr Westerrönfeld versprach eigentlich ein entspanntes Fest mit ein bisschen Technik, ein bisschen Klönschnack und viel guter Laune. Die 6. Gruppe war mit dem TMB eingeladen – dem Technischen Mehrzweck-Beförderungsmittel, auch bekannt als „Fahrstuhl der Feuerwehr, nur ohne Musik“.
Der TMB wurde auf dem Festplatz ausgestellt und war schnell ein Publikumsmagnet. Mutige Besucher wurden bis auf stolze 15 Meter Höhe gefahren. Höher wollten wir bewusst nicht gehen – man weiß ja nie, ob Bürgermeister oder andere Ehrengäste schwindelfrei sind oder ab einer gewissen Höhe anfangen, Verträge neu zu verhandeln.

Alles lief wie am Schnürchen – bis kurz vor Schluss.
Bei einer der letzten Fahrten geschah das, was jeder Gruppenführer liebt: nichts ging mehr.
Ein Sensor am Korb verabschiedete sich wortlos in den technischen Ruhestand, und der TMB machte das einzig Richtige – er schaltete komplett ab. Die drei Personen im Korb standen nun oben, wir unten, und niemand hatte einen Plan für „Wie bekomme ich mein Publikum wieder zurück?“.

Ein Ausstieg über die Korbleiter wurde schnell verworfen. Zum einen waren die Personen dafür nicht geschult, zum anderen hätte die Stellung des TMB den Abstieg eher zu einem Akrobatikprogramm gemacht, das selbst der Zirkus nicht versichert hätte.

Also blieb nur die Lösung: Große Bühne, große Technik!
Aus Rendsburg wurde die Drehleiter alarmiert, und damit begann der Teil der Veranstaltung, den viele Zuschauer für eine spektakuläre Live-Vorführung hielten. Man hörte sogar einen begeistert sagen:
„Guck mal, Schatz! Die haben ja an alles gedacht!“

Der Puls des verantwortlichen Gruppenführers hingegen hätte währenddessen problemlos einen EKG-Lehrgang ersetzen können.

Glücklicherweise lief die Rettung souverän und unspektakulär ab – zumindest für die Einsatzkräfte. Für manche Zuschauer wiederum war es das absolute Highlight des Tages.
Und die drei Höhenabenteurer aus dem Korb werden wohl noch viele Jahre erzählen, wie sie bei der Feuerwehrfeier nicht nur hinauf-, sondern auch „stilvoll“ wieder heruntergefahren wurden.

Am Ende gilt: Alles gut gegangen – und das Fest hatte eine Attraktion mehr, als eigentlich geplant war.