Einsatz bei Pinimöbel – Rauch, Feuer und der Fahrdienstleiter
Es war einer dieser Tage, an denen man schon auf der Anfahrt ahnt: Das wird kein Routineeinsatz. „Rauchentwicklung bei Pinimöbel“ – allein der Name ließ uns schon vermuten, dass es heute etwas wärmer werden könnte als üblich.
Kaum an der Einsatzstelle angekommen, verschwand unser Trupp unter Atemschutz in der Halle. Dichtester Rauch, Sicht gleich null, die Temperatur stieg spürbar – und dann kam sie: die Durchzündung. Ein gleißender Lichtblitz, eine Druckwelle – und plötzlich wurde es richtig hell. Zum Glück hatten wir die Nebentür schon im Blick und machten den geordneten Rückzug – oder, wie man es im Feuerwehrjargon nennt: „zügig, aber elegant raus da!“
Draußen erwartete uns unser Einsatzleiter – und dessen Gesicht sprach Bände. Zwischen Schock, Erleichterung und Ungläubigkeit schwankend, stand er da, als wir aus den Rauchschwaden auftauchten wie zwei untote Phönixe in Einsatzmontur. „Ich dachte Ihr seid noch DRIN!“ „Wir sind zum Glück hier“, antworteten wir, „wo denn sonst?“
Während wir uns sammelten, hatte unser Kamerad Klaus-Dieter Schwerdt ganz andere Sorgen. Der gute Klaus war an diesem Tag nicht einfach Maschinist – nein, er war Fahrdienstleiter Schwerdt. Da viele Maschinisten in den ersten Fahrzeugen schon im Innenangriff oder mit Wasserversorgung beschäftigt waren, blieb Klaus nichts anderes übrig, als sich hinter jedes noch freie Lenkrad zu klemmen. Er fuhr ein Fahrzeug nach dem anderen zur Einsatzstelle, parkte sie ein, übergab sie an die Maschinisten – und weiter ging’s.
Irgendwann wusste keiner mehr so genau, ob Klaus-Dieter eigentlich noch bei der Feuerwehr oder schon bei der Bahn arbeitete. Der Funkverkehr klang jedenfalls verdächtig nach Fahrplanansage: „LF 16 bereit zur Einfahrt auf Gleis 3… äh, Zufahrt Westseite!“
Nach dem Einsatz war klar: So etwas würde es nicht nochmal geben. Eine neue Ausrückordnung sorgte künftig dafür, dass auch genügend Maschinisten an der Wache blieben. Aber der Satz „Ruf mal den Fahrdienstleiter Schwerdt!“ bleibt bis heute legendär – genauso wie die Gesichter, als wir damals aus den Flammen kamen.
Fazit: Ein Einsatz mit viel Rauch, Adrenalin, einem Schuss Chaos – und einer guten Portion Humor. Eben genau das, woraus Feuerwehrgeschichten gemacht sind.