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Ein Volksfest der besonderen Art – Die Bergung der „Sabine D.“

Am 12. Dezember 1995 wird es plötzlich spannend am Nord-Ostsee-Kanal: Der Containerfrachter „Sabine D.“ rammt in aller Frühe den panamaischen Frachter „Baltic Champ“ – und kippt kurzerhand auf die Seite. Die zehn Mann Besatzung und ein Passagier kommen mit dem Schrecken davon, doch das Schiff läuft voll Wasser und die Container gehen baden.

Binnen Stunden verwandelt sich der Kanal in eine Bühne für das größte Spektakel seit Erfindung der Ölsperre: Feuerwehr, THW, Polizei – alle sind da. Und natürlich auch bis zu 10.000 neugierige „Sehleute“, die bei Glühwein und Frost die Bergung live verfolgen. Besonders findige Zuschauer fischen dabei gefrorene Shrimps aus den triefenden Containern – kostenloses Seafood inklusive!

Die Bergung zieht sich allerdings – Bürokratie, Winter und Chemiecontainer bremsen die Aktion aus. Erst mit der aus England "eingeflogenen" Hubinsel „Clarissa B.“ und einer internationalen Truppe von Bergungsprofis unter Leitung von David Parrot kommt Bewegung in die Sache.

Nach vier Wochen, unzähligen heißen Punschen und etlichen Expertentipps von der Uferpromenade richtet sich die „Sabine D.“ am 12. Januar 1996 endlich wieder stolz auf. Vier Tage später wird sie zur Werft Saatsee geschleppt – und schließlich an eine schwedische Werft verkauft.

Das Seeamt Kiel fand später heraus: Menschlicher Fehler und ein Ruderdefekt waren schuld.

So wurde aus einer Havarie ein echtes Volksfest am Kanal – mit Shrimps, Glühwein und jeder Menge Seemannsgarn.