Wenn der Winterdienst den Hafen rettet – Einsatz mit Drehmoment
Es war ein lauer Donnerstag, als die Melder schrillten: „Großfeuer im Kreishafen, Industriehalle in Brand!“ Schon beim Eintreffen der ersten Kräfte war klar – das wird kein Routineeinsatz. Rauchschwaden zogen über das Hafengelände, das Förderband in der Halle brannte lichterloh und die Sicht war gleich null.
Mitten im Geschehen: Drehleitermaschinist Klaus-Dieter Schwerdt, ein Mann mit mehr Diesel im Blut als manchem Löschfahrzeug im Tank. Beruflich fährt Klaus LKW – genauer gesagt, Räumfahrzeuge im Winterdienst. Eng, rutschig, unübersichtlich? Kein Problem für ihn.
Also fragte der Wehrführer mit skeptischem Blick: „Klaus, traust du dir zu, mit der Drehleiter in die Halle zu fahren? Der Rauch ist dicht, die Einfahrt schmal…“
Klaus zog nur eine Augenbraue hoch, grinste und antwortete trocken: „Im Winter fahr ich mit’m 30-Tonner Schneepflug rückwärts durch’n Schneesturm – das hier ist Wellnessurlaub!“
Gesagt, getan. Klaus setzte an, legte den Gang ein – und wollte gerade vorwärts in die Halle rollen, als plötzlich der Wehrführer lautstark rief: „Halt, Klaus! Was machst du denn da? Seit wann fahren wir vorwärts in die Halle? Der Rückzug muss gesichert sein!“
Klaus versuchte noch zu erklären, dass das in diesem Fall gar nicht anders ginge – aber der Wehrführer blieb standhaft. Also gut: Befehl ist Befehl. Klaus seufzte, legte den Rückwärtsgang ein und bugsierte die Drehleiter millimetergenau rückwärts in die Halle. Nur… arbeiten konnte man so natürlich nicht.
Nach wenigen Minuten und einigen tiefen Atemzügen (durch die Maske versteht sich) musste auch der Wehrführer feststellen: „Hm… also… vielleicht… hatte der Klaus doch recht.“
Und so wurde die ganze Aktion rückabgewickelt – buchstäblich. Klaus drehte die Drehleiter, fuhr vorwärts in die Halle, und siehe da: Der Angriffstrupp kam ans Förderband, der Löschangriff konnte endlich richtig beginnen, und das Feuer war bald unter Kontrolle.
Am Ende war allen klar: Ohne Klaus’ entschlossenes Drehleitermanöver hätte der Einsatz noch Stunden gedauert. Und der Wehrführer? Der kommentierte es später mit einem Augenzwinkern: „Na gut, beim nächsten Mal hören wir gleich auf den Winterdienstfahrer…“