Eigentlich sollte es nur eine ganz normale Alarmübung werden – Routine, ein bisschen Qualm, ein bisschen Action, alles schön geplant. Doch wie so oft, wenn die Feuerwehr etwas „nur mal eben“ probt, lief es dann doch ein kleines bisschen anders.

Gegen 16 Uhr entzündete Gruppenführer Gerd Kruse das vorbereitete Übungsfeuer – stilecht mit Autoreifen, damit der Rauch auch so aussieht, wie Rauch eben aussehen soll. Das klappte bestens. Fast zu bestens.

Denn kaum hatte Gerd das Feuer entfacht, tauchten ein paar Passanten auf, die das Ganze offenbar für einen echten Brand hielten – und den armen Gerd kurzerhand vom Löschen überzeugen wollten, allerdings auf recht körperliche Weise. Gerd sah seine Feuerwehrkarriere (und möglicherweise sein blaues Auge) schon vor sich und nahm reißaus. Flucht statt Funkmeldeempfänger!

Doch das Feuer brannte – und zwar richtig.
In der Zwischenzeit waren Anwärter Thorsten Gollan und die beiden Töchter von Gerd auf das Baugerüst geklettert, um – ganz nach Drehbuch – lautstark um Hilfe zu rufen, damit die Passanten aufmerksam werden. Das klappte… nur ein bisschen zu gut. Der Rauch wurde dichter, das Feuer heißer, und plötzlich war der Spaß vorbei: Die drei waren wirklich in Gefahr!

Nur leider glaubte unten niemand, dass das echt war.
Kein einziger Anruf ging ein – man dachte wohl, das sei wieder „so eine Übung“.

Am Ende musste Wehrführer Max Kröger selbst die Reißleine ziehen und den Alarm offiziell auslösen, weil die Situation doch etwas ungeplanterweise real geworden war.

Die Rauchwolke war weit über Rendsburg zu sehen, und kein einziger Feuerwehrmann, der zum Altstädter Markt gerufen wurde, hätte je gedacht, dass das Ganze eigentlich nur eine Übung sein sollte.

Fazit:
Geplant war das so nicht – aber lehrreich war’s allemal!
Und seitdem weiß man bei der Feuerwehr Rendsburg: Wenn Gerd Kruse etwas anzündet, wird’s garantiert nicht langweilig.