


Irgendwann kommt in jeder langen Geschichte der Moment, in dem jemand sagt:
„Jetzt haben wir alles geprüft. “Im November 2014 war es so weit. Ein Planungsbüro aus Bayern betrat die Bühne – weit gereist, gut vorbereitet und mit dem beruhigenden Tonfall von Menschen, die Ordner lieben. Sie kannten den Norden, sagten sie, und den Süden sowieso. Vor allem aber kannten sie Zahlen, Normen und die elegante Kunst, aus fünf Möglichkeiten vier zu machen. Die Frage stand nun schwarz auf weiß über allem:
Neubau, Ausbau oder Umzug? Die Antwort war weniger eindeutig, als es die Überschrift versprach. Von ursprünglich fünf Varianten blieben vier übrig, und selbst diese teilten sich brav in zwei Lager: zwei Lösungen am alten Standort Herrenstraße und zwei irgendwo „in der Nähe“. Weit weg, da war man sich einig, sollte die Feuerwehr dann doch nicht hinziehen. Schließlich brennt es selten dort, wo gerade Platz ist. Die Analyse fiel gnadenlos nüchtern aus.
Die Garageneinfahrten: zu klein.
Die Hallen: zu eng.
Die Sicherheitsabstände: theoretisch vorhanden, praktisch ein Wunschtraum.
Dass moderne Feuerwehrfahrzeuge heute größer sind als ihre Vorgänger, war keine Überraschung – nur der Ort, an dem sie abgestellt werden sollten, hatte das noch nicht mitbekommen. Ein kompletter Abriss der alten Wache? Möglich.
Ein Neubau daneben? Denkbar.
Ein Umzug auf ein anderes Gelände? Theoretisch machbar. Doch jede Variante hatte ihren Preis – und ihre Tücken. Während gebaut würde, müsste die Feuerwehr irgendwo unterkommen. Provisorien wurden herbeigedacht, Parkdecks geopfert, Übergangslösungen entworfen, die zuverlässig funktionierten – solange niemand zu genau hinsah. Auch große Ideen standen kurz im Raum. Öffentlich-private Partnerschaften, raffinierte Finanzierungsmodelle, Gebühren statt Baukosten. Alles sehr modern. Alles sehr kompliziert. Und alles noch so unfertig, dass selbst die Experten vorsichtig auf den nächsten Ausschuss verwiesen. Am Ende des Abends blieb kein fertiger Plan, aber etwas anderes:
Die Gewissheit, dass es keine schnelle Lösung geben würde. Drei Wege lagen vor der Stadt.
Keiner davon war kurz.
Keiner davon bequem.
Und keiner versprach, ohne Geduld ans Ziel zu führen. Die Feuerwehr rückte derweil weiter aus – durch zu enge Tore, an zu knappen Abständen vorbei, mit Fahrzeugen, die längst in der Zukunft angekommen waren, während ihre Unterkunft noch in der Vergangenheit festhing. So endete auch dieses Kapitel nicht mit einer Entscheidung, sondern mit einer Präsentation. Und mit dem stillen Gefühl, dass die eigentliche Geschichte gerade erst richtig begonnen hatte.